Über Mich

Fotografie ist für mich das leise Anhalten der Zeit. Ein Atemzug aus Licht und Schatten.

Kunst ist, wenn ein Gedanke Farbe bekommt – oder wenn aus Farbe ein neuer Gedanke entsteht.

Ich suche nicht die Gewissheit, sondern das, was bleibt, wenn der Moment vergeht.

Angefangen hat alles im Rotlicht.

Tagsüber war der kleine Heizungskeller meiner Eltern Wickelraum für die Pflegekinder meiner Mutter – abends wurde er zu meiner Dunkelkammer. Ein gebrauchtes Agfa-Labor, der Geruch von Entwickler, nasse Filmstreifen über der Leine – und das langsame Auftauchen eines Bildes im Schalenbad.

Wenn ich unten war, war der Raum tabu. Kein Lichtspalt, kein unerwarteter Schritt. Manchmal bin ich stundenlang nicht wieder aufgetaucht. Zeit verlor dort ihre Kontur – es zählte nur das Bild, das sich langsam aus dem Nichts löste.

Kunst war mein Lieblingsfach. Projektwochen wurden zu Fotokursen, Volkshochschulräume zu Orten des Sehens – mit Kamera, Öl, Acryl, Kreide und Kohle. Linie und Fläche – Farbe und Zeit – all das ist bis heute Teil meines Blicks, ob mit Kamera oder Pinsel.

Meine erste Kamera war eine Yashica T4, später die Pentax ME Super. Ich entwickelte Filme selbst, vergrößerte Abzüge, wartete. Als die digitale Fotografie kam, blieb die Haltung dieselbe:

nicht schneller sehen, sondern genauer.

Die Malerei ist über die Jahre freier geworden – abstrakter, weniger Gegenstand, mehr Bewegung. Aber im Kern analog zur Fotografie: ein Suchen nach dem, was sich nicht sofort zeigt.

Vielleicht zieht sich deshalb ein Motiv durch alle meine Arbeiten – das Fließen und das Verharren, das Neue neben dem Alten, Bewegung im Bestand.

Was bleibt, ist der Blick.

Wer ein Stück davon sehen möchte – im Shop finden sich erste Arbeiten, Abzüge und Originale auch auf Anfrage.